Das Murano Gla

Die Glaskunst ist auf der Insel Murano seit der Antike verwurzelt, hat sich aber um das Jahr 1295 gefestigt, als die Republik Venedig anordnete, dass alle seit dem Jahr 1000 in der Stadt tätigen Glasfabriken in ein einziges Gebiet umgelegt werden müssten, um die Schäden zu begrenzen, die die häufig durch die Öfen der Glasfabriken ausgelösten Brände verursachten.

Die Konzentration der Glasfabriken auf Murano erlaubte der Serenissima auch, deren Tätigkeit zu überwachen und zu vermeiden, dass die Geheimnisse der Kunst ins Ausland exportiert wurden. Die Glasbläsermeister waren in der Tat gezwungen, auf der Insel zu leben, und um die Stadt verlassen zu können, brauchten sie Sondergenehmigungen.
Im 15. Jahrhundert erlebte die Glaskunst der Insel eine schwere Krise, als die Kristallproduktion in Böhmen begann, deren Inspiration gerade das Murano-Glas war. Venedig ließ die Krise hinter sich, als man anfing, das Glas für die Herstellung von Kronleuchtern aus Murano-Glas zu verwenden, die heute noch zu den bekanntesten Manufakturwaren gehören.

Das Glas von Murano wird vom Glasermeister geschaffen, der von einigen Helfern unterstützt wird. Diese nennen sich „servente“, „serventino“, „garzone“, „garzonetto“ und der „forcellante, der alle verarbeitete Glasstücke nimmt und sie in den Härteofen legt; im muranischen Jargon bezeichnet der Begriff „piazza“ die Arbeitsgruppe in einer Ziegelei aus Murano.

Im Bereich des Murano-Glases gibt es verschiedene Herstellungsarten: -“Rigato Diritto”, der normalerweise mit einer besonderen Art von Zangen und Scheren durchgeführt wird. – „Rigato Ritorto“ wo die Herstellung eine Art von Muster im Glas erzeugt, – eine andere Technik ist der „Balotton“, leicht erkennbar, weil dabei Luftblasen im Inneren des Glases entstehen.

Das Murano-Glas wird verarbeitet in dazu bestimmten Ofen aus feuerfestem Stein bei einer Temperatur von 1100-1200 Grad Celsius. Jedes Mal wenn ein Stück Glas fertig ist, wird die nachfolgende Phase des Härtens eingeleitet. Das Härten wird realisiert, indem die Stücke Glas in einen besonderen Ofen bei geregelter Temperatur gelegt werden, wo sie die ganze Nacht bei einer Temperatur angefangen bei 600 Grad Celsius bleiben, um am nächsten Morgen die Umgebungstemperatur zu erreichen; dieses Verfahren ist notwendig, damit alle verschiedene Teile nicht platzen oder brechen.

Die Färbung des Glases wird nach geheimen Formeln durchgeführt, die sich die Glasermeister seit Generationen von Vater zum Sohn weitergeben. Um beispielsweise die Farbe Blau zu erhalten, fängt man bei der Grundfarbe Kristall an, zu der das Kobaltblaue hinzugefügt wird; die grüne Farbe hingegen wird erzeugt, indem schwarzes Kupfer in großen oder kleinen Mengen hinzugefügt wird, je nach der erwünschten Farbintensität. Das am meist geschätzte, aber auch das teuerste, ist das Rubinrote, weil die Ausgangsbasis nicht der Kristall, sondern das Glas von 24 Gold Karat ist. Um das Glas in dieser zauberhaften Farbe zu schaffen, muss man Salpeter- und Salzsäure hinzufügen und die Verbindungen reagieren lassen. Wenn die chemische Reaktion vollendet ist, wird ein geheimer Bestandteil hinzugefügt, der nur dem Meister bekannt ist und man erhält somit das rubinrote Glas.

Um einen Einblick in die Arbeitsabläufe in unserem Brennofen zu bekommen, schauen Sie sich das Video hier unter an…